Mein Name ist Siegfried Jaschinski und ich bin Jahrgang 1954. Meine Schulzeit habe ich noch an einem altsprachlichen Gymnasium verbringen dürfen mit Griechisch und Latein als Abiturfächer. Mit Geschichte und Philosophie an der Universität Düsseldorf begann ich mein Studium. 1 Jahr später wurde mir klar, dass dies zum Broterwerb ein recht unsicheres Fahrwasser war. So nahm ich gleichzeitig das Studium der Betriebswirtschaft in Köln auf.

Nach sieben lernintensiven Jahren konnte ich das Studium mit einem Dr. phil. in Alte Geschichte und mit dem Dipl.-Kfm. in Betriebswirtschaft abschließen.

Beruflich begann ich bei Trinkaus & Burkardt in Düsseldorf im Controlling, lernte dort die Geschäfte einer Universalbank kennen und spezialisierte mich danach auf das Investmentbanking unter Nutzung der Präsenz und Kompetenz der Londoner Mutter Midland Bank, heute HSBC, am Londoner Finanzmarkt.

Die Deutsche Bank in Frankfurt war nach vier Jahren meine nächste Station. Hier stand die Betreuung von Konzernen, erst in Deutschland, dann in Europa im Mittelpunkt. Waren es zunächst Kapitalmarkt-Finanzierungen, war mein Platz später auf dem Tradingfloor. Von dort konnte ich eine Abteilung entwickeln, welche den Handel mit Derivaten, Devisen, Wertpapieren und Geldmarktprodukten mit Konzernen betrieb. Als weitere Aufgaben im Börsenbereich übernahm ich die globale Verantwortung für die Kundenbetreuung bei Anleihen (Fixed Income) und Aktien- und Zinsderivaten.

1994 wechselte ich in den Vorstand der Südwest LB nach Stuttgart in ein ganz neues Aufgabengebiet. Es galt, für den baden-württembergischen Mittelstand ein Konzept zur Unterstützung der beginnenden Internationalisierung zu entwickeln. Mit Deutschen Häusern als sogenannten Basislagern in Singapur, Peking, Mexiko, Neu Dehli, Moskau und Repräsentanzen wie Filialen wurde ein weltumspannendes Netz in den wichtigsten Exportmärkten aufgebaut. Die Fusion im Südwesten zur LBBW veränderte meinen Schwerpunkt hin zum filialgestützten Firmenkundengeschäft.
2001 wurden der Handel und die Stuttgarter Börse ein neuer Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Es galt das Ende der Staatsgarantien und damit das Ende des klassischen Geschäftsmodells Landesbank zu bewältigen. In 2005 übernahm ich den Vorstandsvorsitz der LBBW und später den Vorsitz im Verband der öffentlichen Banken.

Drei weitere Bankfusionen (BW Bank AG, SachsenLB und LRP) und die Finanzmarktkrise waren zu meistern. Nach Ende meiner LBBW-Zeit, Mitte 2009, wurde ich Partner und Vorstand der MainFirst Bank AG, die die großen internationalen Fonds in den USA/Großbritannien aus verschiedenen kontinentaleuropäischen Standorten mit Aktien betreut und Asset Management betreibt.

Heute, 2015, bin ich Partner und Vorstand der Augur Capital AG, die als Private Equity Gesellschaft im deutschsprachigen Raum in Versicherung, Banken, Assetmanager investiert.

Rückblickend bin ich froh darüber, meine Interessen in Geschichte und Philosophie über mein Studium meinen ganzen beruflichen Lebensweg beibehalten zu haben. Während die Betriebswirtschaft ein notwendiges berufliches Entree bietet, hat die Philosophie durch das Einüben unterschiedlicher Perspektiven in der Erklärung, Durchdringung und Ordnung menschlicher und weltbezogener Phänomene immer wieder geholfen, sich auf künftige Entwicklungen immer wieder neu einstellen zu können.

Die Geschichte, ob Antike, Mittelalter oder Neuzeit hat mir gezeigt, dass Motive und Handlungsweisen von Menschen sich über die Zeiten nicht geändert haben. Insoweit lernt man ein äußerst breites Spektrum faktischen menschlichen Verhaltens und Lebensweisen aus der Geschichte kennen. Damit werden einerseits Gegenwarts- und Zukunftsherausforderungen relativiert und andererseits können künftige Entwicklungen realitätsbezogener und damit besser eingeschätzt werden.

Für mich haben die Humanwissenschaften in meinem beruflichen Leben sich als wichtiger und nachhaltiger herausgestellt als die Betriebswirtschaft.

Allerdings braucht man sehr gute wirtschaftliche Kenntnisse als Handwerkszeug und sollte auch richtiges Interesse dafür haben oder entwickeln, wie Unternehmen und Volkswirtschaften funktionieren.

 

Empfehlen möchte ich aus meiner Erfahrung, möglichst viel im Studium mitzunehmen, die Humanwissenschaften wieder stärker zu gewichten und die Zeit des Studiums als Chance aufzufassen sich ausschließlich mit Wissenschaften theoretisch beschäftigen zu dürfen. Sie wird nicht wiederkommen und die entscheidende Grundlage für das Berufsleben wird damit gelegt.

Veröffentlichung: „Das deutsche Finanzsystem: Achillesferse der Wirtschaft“ erschienen im Schaeffler-Poeschel Verlag, 2011

Gerne vermitteln wir ein Gespräch mit Herrn Dr. Jaschinski. Senden Sie uns eine Email an m.weiss(at)Haus-der-Mentoren.de  wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung.

Berufsweg: Banken  und Finanzabteilungen von Unternehmen.

Auf der Website Mentoring4u.de finden Sie u. a. auch Ausbildungsberufe, die mit dieser Ausbildung in einer Beziehung stehen:

 

Bankkaufmann/-frau, ein Berufsbild, das viele Möglichkeiten bietet

Steuerfachangestelle/r – mit PlanB zu Private Equity und Unternehmensberatung