Leicht war die Schule für mich nicht: In der fünften und sechsten Klasse auf dem Gymnasium hatte ich zwar sehr gut angefangen, um dann allerdings über die Jahre umso stärker nachzulassen und in der zwölften Klasse mit mangelhaften Leistungen in vier Hauptfächern und einem Wahlpflichtfach fulminant sitzenzubleiben.

Da blieb mir dann nur noch, die Schule zu wechseln und schließlich einen konzentrierten Endspurt hinzulegen. Dazu war einiges an Selbstdisziplin vonnöten. Und schließlich habe ich dann nach dem Prinzip „Triumph des Willens“ die Kurve gekriegt und am Nordsee Gymnasium Büsum ein doch noch gutes Abitur gemacht.

Schon ein Jahr vor Ende der Schulzeit war mir klar, dass ich mich nach soviel schulischer Theorie auch einmal in „beruflicher Praxis in der Schlammzone“ beweisen wollte. Also meldete ich mich acht Monate vor Ende der Schule beim Assessment Center der Bundeswehr an. Mein Ziel war es, bei der Bundeswehr als Offizier auf Zeit für lediglich drei Jahre zu bleiben, um anschließend mit diesem praxisorientierten Hintergrund ein Studium der Architektur zu beginnen. Die umfangreichen zweieinhalbtägigen Tests im Assessment Center in Köln (dazu zählten Sport, verschiedene Aufsätze und Abhandlungen, Begutachtungen durch Psychologen, Testgespräche und Gruppenarbeiten sowie ein Kurzvortrag mit anschließender Diskussion) absolvierte ich erfolgreich.

Und so begann ich ab Juli 1973 unmittelbar nach dem Abitur meine Ausbildung als Offiziersanwärter bei der Bundeswehr.

Aus meiner ursprünglichen Absicht, die Bundeswehr nach drei Jahren wieder zu verlassen, wurde dann allerdings nichts. Schon neun Monate nach Diensteintritt verpflichtete ich mich für zwölf Jahre, um anschließend dann nach fünf Jahren bei der Bundeswehr den Antrag auf Übernahme zum Berufssoldaten zu stellen.

Diesen Schritt habe ich nicht bereut. Es war für mich eine gute Entscheidung.

Warum?

Weil ich offensichtlich ziemlich spontan und auch ein wenig zufällig in das berufliche Feld hineingeraten war, das mir sehr Vieles von dem bot, was ich damals suchte:

– Den ständigen Wechsel von Theorie und Praxis.

– Das kontinuierliche Trainieren geistiger wie körperlicher Fähigkeiten.

– Eine umfassende intellektuelle, charakterliche und praktische Ausbildung, Bildung und Erziehung.

– Den intensiven Kontakt und die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Bildung und verschiedenster Weltanschauung.

– Die Möglichkeit, weit herumzukommen, viel Unterschiedliches zu erleben und ständig Neues und Anregendes, das einen intellektuell und charakterlich weiterbringt, zu erfahren.

Die Bundeswehr hat mir dabei einiges abverlangt, unter anderem sehr viele Lehrgänge und zahlreiche Übungen, alle zwei bis drei Jahre neue Aufgaben und damit verbundene Wohnsitzwechsel, Auslandseinsätze auf dem Balkan und in Afghanistan.

Sie hat mir aber auch viel geboten. Unter anderem ein Diplom-Studium (heute: Master) an der Universität der Bundeswehr in Hamburg, einen zweijährigen Generalstabslehrgang an der Führungsakademie in Hamburg, eine intensive und umfassende Sprachausbildung in Englisch, Französisch und Niederländisch, eine einjährige Ausbildung an der belgischen Verteidigungsakademie in Brüssel und einen dreieinhalbjährigen Aufenthalt als Verbindungsoffizier an der französischen Kriegsakademie in Paris. Ich war im Auftrag der Bundeswehr auf der Schnittstelle zwischen Militär und Politik in mehr als vierzig Ländern weltweit und hatte dort Gelegenheit, Menschen unterschiedlichster Weltanschauung, Religionen und Herkunft kennen- und schätzen zu lernen.

So blicke ich nach 43 Jahren als Soldat bei der Bundeswehr zufrieden zurück und gut gestimmt voraus. Ich hatte das Glück, früh eine berufliche Festlegung getroffen zu haben, die sich auf jeden Fall gelohnt hat und in der mir durch viele, die mich unterstützt und mir geholfen haben, Erfolg vergönnt war.

Richtig war auf jeden Fall, dass ich mich nicht von einem gutmeinenden Schulkameraden habe beeinflussen lassen. Der kommentierte meinen damaligen Entschluss, bei der Bundeswehr reinzuschauen, auf einer Fete wie folgt: „Bist Du sicher? Du kriegst doch ein ganz passables Abitur…“

Gerne vermitteln wir Ihnen bei Interesse ein persönliches Gespräch mit Brigadegeneral a. D. Volker Barth. Senden Sie uns eine Email an m.weiss(at)Haus-der-Mentoren.de  Wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung.

Auf der Website www.Mentoring4u.de  finden Sie Ausbildungsberufe und Artikel zum Thema Bundeswehr  im allgemeinen.