Geboren wurde ich 1962 in München, wohin es meine Eltern nach dem Krieg als Studenten verschlagen hatte.

Dort wuchs ich auch auf, ging zur Schule machte mein Abitur. Meinen Grundwehrdienst, daß war damals nicht zu vermeiden, leistete ich ebenfalls noch in Bayern ab.

Zum Studium allerdings wollte ich unbedingt raus und weg. Kriterien waren für mich

  • So weit weg, daß ich erst gar nicht in die Versuchung gerate am Wochenende nach Hause zu fahren
  • Es sollte unbedingt eine Großstadt sein

Meine Wunschwahl fiel auf Hamburg, wo ich auf einer Reise mal für einige Stunden einen Zwischenstopp eingelegt hatte. 1983 immatrikulierte ich mich dort für das Herbst- / Wintersemester für Betriebswirtschaft. Eine Entscheidung die ich nie bereut habe, auch wenn ich gefühlt der erste Münchner seit 100 Jahren war, der gewollt in Hamburg studiert hatte.

Die Selbständigkeit dort, das Stehen auf eigenen Füssen, das Hineinspringen in eine vollkommen neue, unbekannte Umgebung waren für mein weiteres Leben ein großartiges Schlüsselerlebnis.

1988 schloss ich mein Studium der Betriebswirtschaft, damals noch mit Diplom, ab. Zwar wäre ich am liebsten in Hamburg geblieben, dort sah der Markt für Berufsanfänger zu dieser Zeit allerdings eher bescheiden aus, zumindest im Bereich Maschinenbau, Anlagenbau.

Ich bewarb mich dann bundesweit bei einigen Großkonzernen und landete, vollkommen ungeplant, wieder in München bei MAN als Direktionsassistent im Bereich Nutzfahrzeuge.

Dort hatte ich das große Glück viele Freiheiten zu haben, immer wieder gemeinsam mit „alten Hasen“ in Projekte hineingestoßen zu werden und mich nach dem Studium erstenmal im Kopf „frei zu schwimmen“. Ich betrachte es als großes Glück eine klassische, akademische Ausbildung mit viel theorie und wenig Praxiskenntnissen bekommen zu haben. Die Theorie gab mir das geistige Rüstzeug immer wieder neue Aufgaben anzugehen auf die mich praktisch sowieso keine Ausbildung hätte vorbereiten können. Ich meine durch diese klassische, akademische Ausbildung das Denken und Suchen gelernt zu haben, nicht die fertigen Antworten.

Nach der Wende wollte ich unbedingt in die neuen Bundesländer diese und die Menschen dort kennenlernen. Da sich bei MAN hierfür keine Möglichkeiten ergaben kündigte ich, sprang in kalte Wasser und begann 1992 beim frisch privatisierten „Dresdner Kühlanlagenbau“ in Dresden als Leiter Controlling. Totales Neuland, aufregendes Neuland in jeder Beziehung. Von dort wechselte ich zu einer Beteiligung des Dresdner Kühlanlagenbaus, der Vakuumtechnik Dresden. Einem Spezialanlagenbauer der sich damals in einer schweren Krise befand.

1995 verließ ich dann Dresden und wechselte nach Berlin zu einer Unternehmensberatungsgesellschaft, die sich auf die Krisenbegleitung und Sanierung von mittelständischen Unternehmen spezialisiert hatte. Nach ersten Projekten wurde ich schnell Regionalleiter für die Bereiche Sachsen, Thüringen und Nordbayern.

1998 machte ich mich dann als Unternehmensberater selbständig, erst in Berlin und dann als mit der Zeit immer mehr Mandate aus Unterfranken kamen, von Würzburg aus.

Als Berater waren neben den fachlichen Kompetenzen plötzlich auch Fertigkeiten wie Vertrieb, Moderation von z.B. Geschäftsführungen und Gesellschafterkreisen, Bankengespräche und Poolsitzungen gefordert. Nach meinen Erfahrungen Dinge die man nicht studieren kann, die man nur erleben kann.

2011 beendete ich meine Beratertätigkeit, verließ Würzburg und übernahm im Zuge der Altersnachfolge ein Hotel und Restaurant, daß meine Mutter nach der Wende am nordwestlichen Rand von Berlin aufgebaut hatte. Wieder vollkommen neue, ungewohnte Fragestellungen und Aufgaben. Sehr wenig Betriebswirtschaft, sehr viel Personalführung, Vertrieb, Marketing.

Geplant hatte ich für mich nach dem Studium eine klassische Industrielaufbahn ohne wirklich zu wissen was dies bedeutet. Daraus geworden ist ein Lebenslauf mit vielen Brüchen, Umentscheidungen.

Für mich ergeben sich daraus zwei Erkenntnisse:

  1. So richtig planbar ist ein Leben eben nicht wenn man neugierig ist
  2. Eine fundierte „theoretische“ akademische Ausbildung begleitet ein ganzes Leben.

Gerne teilen wir Ihnen bei Interesse den Namen des Mentors und seine Erreichbarkeit mit. Senden Sie uns eine Email an m.weiss(at)Haus-der-Mentoren.de  wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung.

Auf der Website Mentoring4u.de finden Sie weitere Ausbildungsberufe, die mit Hotel & Gastronomie in einer Beziehung stehen:

Hotelfachmann/-frau

Hotelkaufmann/-frau

Restaurantfachmann/-frau

Fachkraft im Gastgewerbe